Sehenswertes in Willsbach

Das frühere "Amtshaus" an der Mühlstraße

Mühlstraße 15, 74182 Obersulm

Das aus dem Jahr 1618 stammende Gebäude  war ursprünglich das Wohn- und Dienstgebäude eines Willsbacher Schultheißen

Geschichtliches zum Gebäude

Amtsgebäude in Willsbach

Dieses stattliche Haus an der Mühlstraße wird in der von Schultheiß H. Maurer (1892 bis 1922) verfassten Chronik als "Amtshaus" bezeichnet. Der große Sandsteinkeller sowie die zwei Fruchtböden im Dachgeschoss könnten zu Lagerung des dem Herzogtum Württemberg zustehenden Anteils des "Wein- uind Fruchtzehnten" gedient haben. Erbaut wurde es 1618 im Baustil der späten Renaissance. Die symetrisch angeordneten Fenster und  der aus Sandstein gestaltete, sehr gut erhaltene Torbogen, weisen auf diesen Baustil  hin. Die Gefache des Fachwerks wurden im 20. Jahrhundert neu ausgeriegelt mit Ausnahme der Hofseite. Dort finden sich noch heute aufgeschichtete Sandsteinbrocken . Das Gebäude war ursprünglich kleiner und wurde später um etwa ein Drittel nach Norden hin erweitert. Auch der Anbau zur Mühlstraße hin stammt aus einer späteren Zeit. Das Kellergeschoß des Hauses ragt deutlich über das Straßenniveau hinaus. Das erste Stockwerk ist als Hochparterre ausgebildet. Der Hauszugang erfolgt über eine mehrstufige Treppe. Über dem zweiten Stockwerk befinden sich unter dem hohen Giebeldach zwei frühere Fruchtböden. Im Mittelalter und auch noch in der Neuzeit war es auf den Dörfern üblich, dass die Schultheißen ihre Dienstgeschäfte im eigenen Haus erledigten.So wird z.B. aus Sülzbach berichtet, dass der Schultheiß und das Gericht "in seinem Haus und Stuben sitzendem Gericht gesessen". Wie lange das über 400 Jahre alte Gebäude in Willsbach als Amtshaus diente, ist nicht bekannt. Im Jahre 1823  erwarb die Gemeinde Willsbach vom königlichen Kameralamt in Weinsberg ein altes Keltergebäude an der Marktstraße und richtete dort Räume für die Gemeindeverwaltung ein. 1844 wurde dieses Gebäude vollständig abgebrochen und an gleicher Stelle mit dem Bau eines neuen Rathauses samt Kelter und Ortsgefängnis begonnen.1846 wurde es eingeweiht.(siehe auch Bericht "Altes Rathaus Willsbach").

Das Amt des Schultheißen

Das Dorf Willsbach gehörte bis 1441 zur Grafschaft Löwenstein, wurde dann mit der Vogtei Weinsberg kurpfälzisch und kam schließlich 1504 zum Herzogtum Württemberg. Die jeweiligen Vögte in Weinsberg vertraten die Landesherrschaft . Von ihr wurden auch die örtlichen Schultheißen bestimmt und eingesetzt. Die Schultheißen begleiteten ihr Amt oft über viele Jahrzehnte. Sie mussten Streitigkeiten schlichten und geringe Vergehen ahnden. Vor allem aber unterstand ihnen der Einzug der landesherrschaftlichen Abgaben, wie z.B. der "Zehnte." Im Jahr 1929  wurde vom württembergischen Landtag die Bezeichnung "Schultheiß" abgeschaft und durch den Titel "Bürgermeister" ersetzt. Die Bezeichnung "Bürgermeister" trugen früher die für die Finanzen zuständigen "Gemeindepfleger".


Zurück zur Übersicht

Eigenen Rundgang planen

Mit unserem Planungs-Tool können Sie Ihren eigenen Rundgang durch Willsbach per Google Maps planen und somit Route und Dauer per Auto, Fahrrad oder zu Fuß berechnen.

Jetzt eigenen Rundgang planen