Sehenswertes in Weiler

Das Kellerhaus

Das Kellerhaus gehörte, wie die Kelter, ursprünglich den Herren von Weiler (Ortsherrschaft). Ihr Wappen ist über dem Tor an der Südseite zu sehen. Neben großem Wald- und Flurbestand besaßen die Herren von Weiler stets eine größere Weinbaufläche. So zählten beispielsweise 1857 rund 18 (Schwäbischer) Morgen Rebland (5,6 ha) mit einem Ertrag von 93 Eimern (ca. 27.900 Liter) zum gutsherrlichen Besitz. In der nahestehenden Kelter wurden die Ernteerträge zu Wein verarbeitet und anschließend hier gelagert. Bis in die 1830er Jahre mussten die Weinbauern des Ortes einen Teil ihrer Traubenernte an die Ortsherrschaft abtreten (Weinzehnt). Der daraus gewonnene Wein wurde ebenfalls hier gelagert. Die Zufahrt zum Keller befand sich an der südlichen Seite des Gebäudes. Auf dem unbebauten Gelände auf dieser Seite standen einst ein Ziegenstall und eine Außentoilette. Denn in dem Fachwerkteil des Gebäudes waren Wohnungen für die Bediensteten des Schlosses unterbracht, 1874 zum Beispiel die des Gärtners. weiterlesen

Frühere Mühle

Die Mühle in Weiler ist eine von 23 Mühlen, die entlang der Sulm und ihren Nebenbächen im Laufe der Jahrhunderte entstanden. Sie wird erstmals urkundlich 1503 erwähnt. Es ist anzunehmen, dass sie sich schon davor im Besitz der Herren von Weiler befand, die ihren Müller als unfreien Lehensmann (Pächter) angestellt hatten. Das Lehensverhältnis bestand bis in das 19. Jahrhundert.1871 war Karl Unger der Eigentümer. Dieser geriet in den letzten Kriegsjahren in arge Bedrängnis: Er behauptete Anfang 1943 lautstark, dass der Krieg schon verloren sei. Solche Äußerungen wurden wegen Wehrkraftzersetzung mit der Todesstrafe bestraft. Alle drei Söhne Karl Ungers waren im Kriegseinsatz. Zwei sind gefallen, der dritte kam schwerverletzt nach Hause, als der Vater schon unterwegs in das KZ Dachau war. Eine Intervention des Sohnes bei der Kreisleitung Heilbronn konnte gerade noch erwirken, dass der Vater zurückgeholt wurde. Angetrieben wurde die Mühle über Wasserkraft. Dazu staute man das Wasser von Nonnen- und Schlierbach nachts in einem Sammelweiher, sodass tagsüber gemahlen werden konnte.1953 wurde ein Wasserrad durch eine horizontale Francisturbine (1,2 PS) ersetzt. Heute ist aus der Mühle das Gasthaus "Ungers Mühle" geworden. weiterlesen

Die Grabkapelle auf dem Friedhof

Die Grabkapelle ist die Familiengruft der Freiherren von Weiler, errichtet Mitte des 19. Jahrhunderts in einer alten Wallfahrtskirche. Ursprünglich befand sich die Familiengruft in einem Anbau der Kirche (Ortsmitte). 1844 wurde sie von dort vor die Friedhofskapelle verlegt. Reste der Grabplatten von Dietrich von Weiler (gestorben 1602), dem Erbauer des Schlosses, und dessen Gemahlin Veronika von Weiler (gestorben 1615) sind noch an der westlichen Außenseite der Kapelle zu sehen. An der Südseite erinnern Grabplatten an für die Ortsherrschaft bedeutsame Personen. weiterlesen

Alte Kelter

Die im Jahre 1557 erbaute Kelter gehörte zum Schloss der Herren von Weiler, das im gleichen Zeitraum erbaut und 1558 fertiggestellt wurde. Bauherr war Wolf von Weiler (1508 – 1583). Die Bauern des Ortes waren einst verpflichtet, die gesamten Erträge aus ihren Weinbergen hier zu keltern (Kelterbann). Von der Ortsherrschaft abgestellte Keltermänner sorgten dafür, dass der Weinzehnt direkt an diese abgeführt wurde. 1853 erwarb die Gemeinde Weiler zwei Drittel der Kelter. Ein Drittel blieb bis 1931 im Besitz der Herren von Weiler. Die Weingärtner konnten den Gemeindeteil der Kelter gegen eine Pachtgebühr nutzen. Der Kreis der Abnehmer wurde größer. Er reichte bis nach Schwäbisch Hall, Stuttgart, Calw und Ulm. 1952 gegründeten die ortsansässigen Weingärtner eine Winzergenossenschaft (WG). Winzer, die sich nicht der WG angeschlossen hatten, durften weiterhin in der Kelter pressen und ihre Bütten aufstellen. Ab 1954 wurde der hier zwischengelagerte Wein an die Württembergische Weingärtner-Zentralgenossenschaft (WZG) in Möglingen abgeliefert. Die letzte Traubenannahme erfolgte im Herbst 2013. Danach nutzten Bauhof und DRK das Gebäude als Unterstellplatz. Schließlich wurde es den örtlichen Vereinen als Sitzungs- und Veranstaltungsraum zur Verfügung gestellt. weiterlesen

Schloss Weiler

Die erste Nennung der Herren von Weiler geht auf das Jahr 1130 zurück. Ritter Konrad von Weiler (1275-1301) wird als Stammvater derer von Weiler erwähnt.1588: Bau des Schlosses durch Dietrich von Weiler, herzoglich württembergischer Frauenzimmerhofmeister.1806: Weiler wird württembergisch. Das Schloss ist seit vielen Jahren im Privatbesitz. weiterlesen

Die Rosskastanie im Schlosspark

Die jahrhundertealte Rosskastanie hat einen Stammumfang von 6 m und eine Höhe von 27 m.Sie ist eine der größten und ältesten ihrer Art in Deutschland. Ihr geschätztes Alter beträgt 400 bis 500 Jahre. weiterlesen

Ehemaliges Pfarrhaus, Pfarrhof

Das ehemalige Pfarrhaus wurde früher auch Heiligenpflege genannt, die heutige Kirchenpflege. Das Pfarrhaus wurde 1930 zur Finanzierung des Kirchenumbaus an den Straßenwart Johann Kübler für 10100 Mark verkauft. weiterlesen

Evangelische Kirche Weiler

Die Kirche wird urkundlich erstmals 1399 als zum Schloss gehörende Kapelle erwähnt. Dietrich von Weiler aus der ortansässigen Adelsfamilie hatte sie für die Bewohner Weilers und Eichelbergs erbauen lassen. Geweiht wurde sie „Unserer lieben Frau in Weiler“. Bis 1478 war die Kirche der Pfarrei Sülzbach, dann Löwenstein als Filiale zugeordnet. 1480 wurde die Pfarrei Weiler eigenständig. Das blieb sie bis 1919. Erst dann bildete sie mit  Affaltrach eine Doppelgemeinde, der 1984 die Dreifachgemeinde Weiler-Affaltrach-Eichelberg folgte. Die selbständige Kirchengemeinde Weiler-Eichelberg besteht seit der Abtrennung Affaltrachs 1988. weiterlesen

Das Backhaus

Das Backhaus gehört zum Mittelpunkt des Dorflebens. Hier haben die Weingärtner und Bauernfamilien ihr Brot und ihre Blechkuchen gebacken. Als Brennmaterial dienten die geschnittenen Ruten der Rebstöcke oder die Zweige der Obstbäume. Die trockenen, kleinen Büschel wurden im Backraum verbrannt und vor dem Einschießen der Backwaren wieder ausgeräumt. Wer Brote backen wollte, musste sich bei der "Backhausfrau", einer erfahrenen Backfrau, melden. Sie nahm die Einteilung der Backzeiten (Backstellen) vor. Es gehörte ein großer Erfahrungswert über die Ofentemperatur dazu. Pro Backstelle musste man früher 1 DM, nach der Währungsumstellung 1 Euro bezahlen. Heute wird das Backhaus vor allem für Backkurse und Dorffeste genutzt. Salzige und süße Kuchen sind der große Renner. weiterlesen

Die alte Schule

Die alte Schule wurde 1790/91 errichtet. Im ersten Stock befanden sich das Schulzimmer und eine kleine Lehrerwohnung. In den Wintermonaten waren 82 und im Sommer 78 Kinder in Weiler schulpflichtig. Diese Zahlen erhöhten sich, als Eichelberger Schulkinder dazu kamen, 1816 insgesamt 107 Kinder. Als Eichelberg 1833 eine eigene Schule bekam, verringerte sich die Zahl der zu unterrichtenden Kinder wieder. Mit dem Bau des Schul- und Rathauses in der Heilbronner Straße 58 im Jahre 1876 endete die Unterrichtstätigkeit in diesem Gebäude. Seit 1995 befindet sich hier ein Schulmuseum, das Einblick in den Schulalltag vergangener Tage gewährt. weiterlesen



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